Anlässlich der anstehenden 725-Jahrfeier Arnoldsgrüns soll die besondere Beziehung Max Schneiders zu diesem vogtländischen Dorf gewürdigt werden, das häufig Ziel seiner Wanderungen und Gegenstand seiner Bilder war. Erinnert wird damit zugleich an einen heute noch bekannten Sohn des Dorfes, den Kunsthistoriker Friedbert Ficker (1927-2007), der über Jahrzehnte aus dem fernen München mit Schneider Kontakt hielt, ihm Farben zuschickte und einer der emsigsten Sammler von dessen Werken, darunter vielen Arnoldsgrüner Ansichten, wurde.
Den Mittelpunkt des Dorfes bildet die Kirche, die Schneider mehrfach in seinen Bildern festgehalten hat, siehe die bereits veröffentlichte Lfd. Nr. 139 sowie neu die Lfd. Nrn. 537, 543 und 544. Nicht weniger interessant sind die weiteren Motive Schneiders. Vor allem alte, noch in traditioneller Bauweise errichtete Bauernhäuser hat er in Arnoldsgrün gemalt sowie immer wieder die das Dorf umgebenden Bachtäler und Wälder, siehe die bereits veröffentlichten Lfd. Nrn. 11, 105, 125, 145, 148 und 464.
Max Schneider erlaubt uns durch seine Arbeiten vor allem aus den 1950er und 1960er Jahren einen Blick in die baugeschichtliche Vergangenheit des Dorfes. Von den alten Umgebindehäusern sind heute die meisten längst durch Abriss verschwunden oder sie haben durch Um- und Anbauten ihren ursprünglichen Charakter weitgehend verloren. Als typisches Beispiel für diese Architektur ist das Elternhaus Friedbert Fickers hervorzuheben, das von Max Schneider vermutlich kurz vor dessen Abriss am Anfang der 1960er Jahre mindestens zweimal abgebildet wurde. Ein großes undatiertes Aquarell, das bereits unter der Lfd. Nr. 128 veröffentlicht wurde, übersandte Schneider Ficker zum Einzug in eine neue Münchner Wohnung. Sowohl für den Maler als auch den Beschenkten war so selbstverständlich, was das Bild zeigt, dass keiner von beiden eine Bezeichnung für nötig hielt. Ebenso undatiert und nicht bezeichnet ist eine nun veröffentlichte Zeichnung des ärmlichen Anwesens in brauner Kreide, siehe Lfd. Nr. 539. Erst ein Zeitungsausschnitt der Freien Presse vom 24.10.1991, den Schneiders Erben beim Nachlass aufbewahren, machte eine Zuordnung des Motivs möglich. In dem Ausschnitt abgebildet ist ein Holzschnitt Fickers von 1950, der sein Elternhaus zeigt. Das Haus stand in der Schulstraße und wurde Anfang bis Mitte der 1960er Jahre abgerissen.
Der Verfasser dankt den Kunstsammlungen Zwickau – Max Pechstein Museum, Slg. Friedbert Ficker und den privaten Sammlern für die Möglichkeit der Veröffentlichung der Arbeiten. Ein besonderer Dank geht an seine Arnoldsgrüner Großeltern für Hinweise zu verschiedenen Gebäuden und dem sog. Schlackenhügel, bereits veröffentlicht, siehe die Lfd. Nr. 127.
Alle neu eingestellten Arbeiten finden Sie unter den Lfd. Nrn. 536-550 im Werkverzeichnis. Weitere bereits veröffentlichte Werke finden Sie unter dem Ortsnamen Arnoldsgrün.



